Nachdem Sie den gerichtlichen Mahnbescheid erhalten haben, beginnt eine gesetzliche Frist von zwei Wochen (14 Tagen). Innerhalb dieser Zeit müssen Sie eine Entscheidung treffen. Hier sind Ihre beiden aktiven Handlungsoptionen und die Konsequenzen, wenn Sie nicht handeln.
Option 1: Die Forderung vollständig bezahlen (Der abschließende Weg)
Wenn die Forderung berechtigt ist, ist die sofortige und vollständige Bezahlung der im Mahnbescheid genannten Gesamtsumme der einfachste und endgültige Weg.
- Was tun Sie? Sie überweisen den vollständigen Betrag an den Antragsteller. Die Bankverbindung finden Sie im Bescheid.
- Was passiert dann? Mit dem Zahlungseingang ist die Angelegenheit für alle Seiten erledigt. Das gerichtliche Verfahren wird sofort beendet und es entstehen keine weiteren Kosten.
Option 2: Schriftlich Widerspruch einlegen (Der risikoreiche Weg)
Ein Widerspruch ist ein offizieller Rechtsbehelf, der nur dann sinnvoll ist, wenn Sie stichhaltige und beweisbare Gründe haben, warum die Forderung Ihrer Meinung nach nicht oder nicht in dieser Höhe besteht.
Ein Widerspruch als reine Verzögerungstaktik oder ohne fundierte Begründung führt zu einem streitigen Gerichtsverfahren.
- Was tun Sie? Sie füllen das dem Mahnbescheid beigefügte Widerspruchsformular aus und schicken es fristgerecht innerhalb der 14 Tage direkt an das zuständige Gericht.
- Was passiert dann? Das Mahnverfahren wird dadurch gestoppt und geht – sofern die Forderung aufrechterhalten wird – in ein reguläres, streitiges Gerichtsverfahren mit mündlicher Verhandlung über. Wichtig: Stellt das Gericht in diesem Verfahren fest, dass Ihr Widerspruch unbegründet war, müssen Sie zusätzlich zur ursprünglichen Forderung auch alle erheblich höheren Kosten des streitigen Gerichtsverfahrens tragen. Dieser Weg kann die Gesamtkosten um ein Vielfaches erhöhen.
Was passiert, wenn Sie nicht reagieren?
Wenn Sie innerhalb der 14-Tage-Frist weder zahlen noch Widerspruch einlegen, wird das Verfahren automatisch fortgesetzt.
- Was passiert dann? Wir können nach Ablauf der Frist den Erlass eines Vollstreckungsbescheids beantragen.
- Was bedeutet das? Dieses Dokument ist ein rechtskräftiger Titel. Er berechtigt uns, die Forderung sofort und ohne Ihre weitere Zustimmung zwangsweise durchzusetzen, zum Beispiel durch eine Konto- oder Gehaltspfändung.